KI killt Kommunikationsjobs? | infokontor
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KI killt Kommunikationsjobs?

Vielleicht killt sie vor allem schlechte Kommunikation.

Während viele noch darüber diskutieren, ob ChatGPT, Claude & Co. Texter, PR-Leute und Kreative ersetzen, passiert in den USA gerade etwas Bemerkenswertes: Unternehmen suchen Storyteller.

 

Nicht vereinzelt. Nicht romantisch verklärt. Sondern ganz konkret.
Auf Indeed finden sich dort aktuell mehr als 4.000 Jobs mit dem Begriff „Storyteller“. Teils mit Jahresgehältern von über 200.000 US-Dollar. Sucht man breiter nach „Storytelling“, sind es sogar mehrere zehntausend Stellen. Dazu kommen Tausende Ausschreibungen für „Visual Storytelling“. Natürlich ist das keine wissenschaftliche Arbeitsmarktstudie. Aber es ist ein bemerkenswertes Signal. Auch für uns in Europa.

 

Und es passt zu dem, was amerikanische Fachmedien und Branchenreports gerade beschreiben: Ragan und PR Daily diskutieren KI nicht mehr nur als Bedrohung, sondern als Werkzeug für bessere Kommunikationsarbeit. Muck Rack zeigt, wie stark PR-Teams KI bereits nutzen. USC Annenberg beschreibt eine Branche im Umbruch. Das Content Marketing Institute sieht wachsende Investitionen in Video und Thought Leadership. Und der World Economic Forum Future of Jobs Report ordnet kreative Denkfähigkeit weiter als zentrale Zukunftskompetenz ein.

Kurz gesagt: Der KI-Hype sortiert sich gerade.

KI wird nicht verschwinden. Im Gegenteil. Sie wird selbstverständlich werden. Als Recherchehilfe. Als Sparringspartner. Als Strukturierer. Als Beschleuniger.
Aber genau dadurch wird etwas anderes wichtiger: Menschen, die wissen, welche Geschichte überhaupt erzählt werden muss.

Denn Unternehmen brauchen nicht einfach noch mehr Content. Sie brauchen Orientierung. Relevanz. Haltung. Dramaturgie. Sie brauchen Narrative, die komplexe Themen verständlich machen. Geschichten, die nicht nur auf einer Website funktionieren, sondern über alle Kanäle hinweg tragen:

 

Owned Media, Earned Media und Paid Media.

 

Hier werden erfahrene Journalistinnen und Journalisten, Drehbuchautoren, Redakteure und Kommunikationsberaterinnen und Kommunikationsberater nicht überflüssig. Sie werden wertvoller. Weil sie einordnen können. Verdichten. Zuspitzen. Weglassen. Zuhören. Widersprüche erkennen. Vertrauen aufbauen.

 

KI kann Text produzieren. Aber eine gute Geschichte beginnt vorher.
Mit Haltung. Mit Erfahrung. Mit einem klaren Gedanken.

 

Vielleicht ist das die eigentliche Lehre aus dem KI-Hype:
Mittelmaß lässt sich automatisieren. Substanz nicht.

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